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25.10.2019

FUSSBALL | STEPHAN HELM, DER NEUE U21-CHEF

Die zweite Mannschaft des Grasshopper Club Zürich, die U21 macht es dem Fanionteam gleich und hat sich in ihrer Liga (1. Liga Gruppe 2) in der Spitzengruppe etabliert. Dieser Erfolg hat auch mit ihrem Trainer Stephan Helm (36) zu tun.

Nachdem der letztjährige U21-Trainer Patrick Schnarwiler einem Ruf des amtierenden Schweizer Meisters YB als Assistenztrainer gefolgt ist, war beim GC eine Vakanz auf der Trainerbank der U21-Mannschaft entstanden. Da Stephan Helm, bis dahin Assistenztrainer und Videoanalyst der 1. Mannschaft, schon seit einiger Zeit den Wunsch hegte, mehr Verantwortung übernehmen zu können, lag es nahe, ihm die Aufgabe als verantwortlicher Trainer zu übergeben. Bei den Vorbereitungen zur Kaderzusammenstellung war er zwar noch nicht involviert, da er während der letzten acht Spiele im Abstiegskampf der ersten Mannschaft noch Uli Forte unterstützte. Er wusste aber, dass er im wesentlichen mit einer jungen, hauptsächlich aus Spielern der letztjährigen U18-Equipe in der Meisterschaft bestehen muss. Von den U21-Spielern standen nur noch wenige zur Verfügung. Stephan Helm nahm diese Herausforderung an, wohl wissend, dass es ein eher schwieriges Unterfangen werden wird, die jungen Spieler entsprechend vorzubereiten, sie für den Männerfussball fit zu machen. In der 1. Liga wird im Vergleich zu Junioren-Ligen doch robuster, ergebnisorientierter gespielt. „Die Anpassung ist nach Startschwierigkeiten weitgehend gelungen. Ich kann sagen, dass wir gut in die Spur gefunden haben“, so Stephan Helm. Der Österreicher ist mit der Entwicklung des Teams im spielerischen, kämpferischen und kollegialen Bereich sehr zufrieden. Da das Team ein Durchschnittsalter von 18,5 Jahren aufweist, kann man davon ausgehen, dass die Spieler am Anfang einer Entwicklung stehen, die Saison aber erfolgreich bestreiten werden. „Die wichtigste Aufgabe ist nun, alles dafür zu tun, dass sich die Spieler weiterentwickeln, einhergehend mit guten Ergebnissen, denn auch das Gewinnen muss gelernt. Zudem ist die gesunde Durchlässigkeit zur 1. Mannschaft und der enge Schulterschluss der Verantwortlichen ein wichtiges Ziel, das aufgrund der guten Zusammenarbeit innerhalb des Staff auch bestimmt erreicht werden wird“, stellt Stephan Helm fest.

Stephan Helm kam auf Empfehlung von Thorsten Fink zum Grasshopper Club Zürich, der mit ihm bei Austria Wien zusammengearbeitet und festgestellt hatte, dass auch der GC von Helms Kompetenz als Video-Analyst profitieren könnte. Die Verantwortlichen entschieden sich, den Österreicher zu verpflichten. So übernahm er zu Beginn der letzten Saison diese Aufgabe und blieb auch hier, als sein Mentor Fink den GC verlassen hat. „Es war mein Bestreben, das übrigens auch von Thorsten Fink unterstützt wurde, mich auf meine Aufgaben zu fokussieren, eigenständig zu bleiben. Ich war schliesslich auch nicht ein Anhängsel des Trainers. Ich habe immer, trotz der Turbulenzen, stetig versucht, meine Aufgaben hundertprozentig zu erfüllen.“ Und wohlgefühlt hat sich Stephan Helm in Zürich von der ersten Stunde an, obwohl er in einer kritischen Phase zum Traditionsclub gestossen ist. „Aber ich habe von Beginn an viele engagierte Kollegen kennengelernt, die mir die Sicherheit gaben, dass hier gut zu arbeiten ist“, erklärt Helm. So war er zunächst Videoanalyst und zweiter Assistenz-Trainer unter Fink, dann Assistent von Thommy Stipic und schliesslich bei Uli Forte. Die Videoanalysen nahm er immer vor, so auch noch heute. Dieses Metier hat der Österreicher aus dem Burgenland nach seinem Sportlehrer-Studium in Wien bei Sky Sport vertieft gelernt und dann bei der Austria Wien ausgeführt. Mit dem Wechsel in den Profi-Fussball gab er die Tätigkeit beim TV, seine Aktivkarriere als Spieler bzw. Spielertrainer sowie das Pensum als Sportlehrer auf. Und dann zog er weiter zum Grasshopper Club. „Der Wunsch, aufgrund meiner Analysen nicht nur beratend zu wirken, sondern selbst wieder auf dem Platz zu stehen, die Trainings zu gestalten und die Verantwortung für ein Team zu übernehmen, schlummerte schon lange in mir. Aber dass er sich rasch verstärkte, hat mich dann doch überrascht. Um so glücklicher bin ich, dass der Wunsch so rasch in Erfüllung ging.“

Stephan Helm betrachtet die Arbeit in seinem „liebsten Hobby“ als Privileg und fühlt sich beim GC rundum wohl. Der Wechsel in die Schweiz wurde auch von seiner Gattin unterstützt, die, nachdem der Arbeitsvertrag unterschrieben war, von Wien aus eine Wohnung in Zürich Hottingen angemietet hat. So muss das Haus, das sie kürzlich in ihrer Heimat im Burgenland gebaut und erst während fünf Monaten bewohnt haben, weiter auf die Helms warten müssen. Das Ehepaar mit seinem anderthalbjährigen Sohn (bald wird die Familie vierköpfig sein) hat sich in der Schweiz sehr gut eingelebt. Und schliesslich will Stephan mit seinem U21-Team noch Erfolge feiern und auch den Staff des Fanionsteams mit seinen Analysen unterstützen.

Eugen Desiderato